Tag 400: Ich bin…

Paris,

Ein bisschen mehr als ein Monat ist rum, seitdem mein « 365-Tage-Abenteuer » vorbei ist. Ein neues Lebensabenteuer hat gestartet. Ist meine Auszeit Jahr wie geplant gelaufen ? Nein. Es gab sogar Ausgangsperre am Ende…Ich glaube aber, dass dieses Jahr genau das, was ich brauchte, war.


Heute am Tag 400 fühle ich mich frei im Kopf und Körper. Ich fühle mich wohl und fit. Ich spüre, dass ich wieder mit mir selbst verbunden bin und das tut gut. Ich habe keinen Ärger wegen den schwierigen Zeiten und keine Angst vor der Zukunft mehr. Vor der Pause fühlte ich mich in allen Lebensbereichen verloren. Heißt es, dass ich auf dem falschen Weg in meinem vorherigen Leben war ? Natürlich nicht. Das Leben ist zum Glück nicht komplett Schwarz oder Weiß. Jeder Mensch hat seinen Weg und ich habe ganz einfach meinem gefolgt. Die Saturierung war bestimmt ein wichtiger Schritt davon. Ich bin Jemand, das viele Sachen liebt. Ich mag Bühnenkunst, Science Fiction, Austausch mit Menschen, und interkultureller Austausch. Ich mag Geschichten erzählen egal mit welchem Ausdrucksmittel und ich mag sie auch von Anderen mitbekommen. Aber das ist nicht Alles. Ich bin auch Jemand, das Herausforderungen sowie Lösungen finden mag. Jemand, das braucht, immer wieder zu lernen, weiter beizubringen und zu animieren. Und ich habe die Chance gehabt, das Ganze in meinem Leben zu haben. Die Ersten wurden aber leider zu lang von mir vernachlässigt. Heute finden sie aber wieder einen Platz, weil ich jetzt auf der Seite lasse, was nicht zu mir passt.


Dieses Jahr habe ich gelernt, meine Emotionen mit Wörtern zu beschreiben, und sie für, was sie sind, zu akzeptieren. Ich habe endlich mal versucht, ihre Bedeutung zu verstehen. Und so habe ich verstanden, wo meine Bedürfnisse liegen, was mich am stärksten berührt, was mir am meisten gut tut und warum. Danach war es einfacher für mich vieles zu akzeptieren: Situationen und Erlebnisse aus der Vergangenheit. Das war befreiend. Ich habe eigentlich kein Jahr gebraucht, um zu wissen, worauf ich im Leben Lust hatte. Die Auszeit habe ich eher gebraucht, um das Wesentliche in mir wieder in den Vordergrund zu bringen. Vor dem Geplanten. Vor der Norm. Vor dem Ego, vor dem Bild. Alle 4 machten mich unglücklich. Ich hatte sehr begrenzenden Glaube abzubauen, um mich zu erlauben mein ideales Leben zu starten. Heute denke ich, dass der Abstand vom ehemaligen Alltag viel in diesen Abbauprozess gebracht hat.


Also jetzt bin ich Ich, Mylène. Ich bin 33 und vor mir ist wieder Alles möglich. Ich freue mich schon darauf, das Leben zu bauen, in dem ich Platz, für was für mich zählt, habe. Für Alles was ich mag. Ich bin gleichzeitig froh eine neue Richtung nehmen zu dürfen aber auch sehr dankbar für Alles was ich bis jetzt schon im Leben bekommen habe : was ich gefühlt habe, was ich tun, sehen und lernen dürfte. Ich bin sehr dankbar für Alle Begegnungen. Meine Freunde sind Gold. Als ich mein Unwohlsein ausgedrückt habe, als ich meinen Alltag (was manchmal deren Alltag war) kritisiert habe, haben meine Freunde mich frei reden lassen. Sie haben mich nicht beurteilt. Im Gegenteil haben sie mir immer mit den besten Wörtern begleitet. Ich habe welche vor dem Covid noch sehen können. Zum großen Teil wohnen sie am Bodensee und verstehen meine Auswahl wieder Heim leben zu wollen. Sie verstehen, ohne irgendwas durchzusetzen und haben immer eine offene Tür. Ich habe viel Glück, dass ich sie habe und ich will nicht dieses Glück verderben.


Heute in Paris übernimmt meine Familie die Unterstützungsrolle und das macht mir ausgeglichen. Ich gehe jetzt zu Vereinen, die mich ansprechen. Ich bilde mich fort. Ich lerne und habe Spass mit meinem Podcast. Ich habe auch wieder mit dem Singen gestartet. Also ich habe mich wieder gefunden und das tut gut. In wenigen Monaten, werde ich in einem neuen Bereich starten, und ich freue mich schon darauf. Der Sommer wird kreativ und lehrreich sein. Viel ist noch nicht definiert für mich aber die Richtung ist da. Der Rest kommt von allein. Ich habe keine Angst mehr vom Unbekannte. Die Vergangenheit, hat mir ein erstes Mal erlaubt, einen Traum zu verwirklichen. Ich habe Alles in mir, um es noch mal zu schaffen.


Mit diesem Post ist die Kategorie 365 Tage vorbei. Neue Kategorien kommen bald und ich freue mich schon drauf, sie euch bald zu zeigen. Aber jetzt wünsche ich euch noch, das Gleiche, was ich mich selbst wünsche : ein Leben zu leben, die zu euch passt. Wenn ihr schon drin sind, ist es wunderbar. Genießt jeden Moment. Wenn nicht, habt ihr es bestimmt drin gespürt. Gefühle lügen nicht, also wenn ihr es braucht, wagt einfach die Veränderung. Hört auf euch auf. Und behaltet im Kopf :

Das Schiff, das im Hafen liegt, ist sicher aber dafür wurden Schiffe nicht gebaut.

Paulo Coelho

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