Tag 1: ein neuer Start

Ravensburg,

Die Sonne scheint. Ich kann wieder das schöne Wetter genießen. Endlich !

Als 2019 angefangen hat, war ich ein anderer Mensch. In Januar habe ich meinen 32. Geburtstag gefeiert. Da war ich noch Ingenieurin, Check-Out Lead in der Raumfahrtindustrie. Und da hat meine Arbeit noch den größten Platz in meinem Leben gehalten. Aber das war früher. Seit einem Monat habe ich offiziell keinen Job mehr. Und seit dem Tag, an dem ich meinen Kündigungsbrief eingereicht habe, habe ich irgendwie ein Erleichterungsgefühl. Ja ich bin erleichtert, weil ich weiß, dass diese Entscheidung, mich nicht nur eine Berufsumorientierung ermöglicht sondern dass sie auch die Gelegenheit darstellt, mein ganzes Leben zu verändern, um endlich mal mein ideales Leben zu erreichen. Jetzt kann ich mich für einen anderen Weg entscheiden und wagen, das wahre Ich zu sein. Und ich freue mich total drauf.

Das Erkennen, dass vieles nicht mehr passt

Die letzten 8 Jahre habe ich viel gelernt. Meine Arbeit in der Raumfahrt hat mich ermöglicht, einen Jugendtraum zu verwirklichen, die Multikulturalität täglich zu erleben, vielen neuen Kompetenzen zu entwickeln und eine Menge außergewöhnlichen Leuten kennenzulernen. Aber mit der Zeit, den steigenden Verantwortlichkeiten und den neuen Richtwerten der Firma, hat meine Stelle angefangen, mir nicht mehr zu gefallen. Genauso ging es mir mit meinem gesamten Leben, das sich komplett um meine Arbeit eingerichtet hatte.

Ich war eine Person mit einem „guten Job“, einem guten Gehalt, super Freunden, Hobbies und super Urlaub. Material habe ich nie wirklich viel gebraucht.

Trotzdem habe ich irgendwann angefangen, innerlich die Leere zu spüren. Meine Stelle, die ich selber ausgewählt hatte, war Letzt endlich nicht mehr mein Traumjob. Dazu könnte ich mir nicht vorstellen, mich da weiter zu entwickeln, ohne an meine Werte und Prinzipe zu stoßen. Privat war es, als ob ich trotz meinen Witzen und meinen sozialen Fähigkeiten allein war. Trotz super Freunden habe ich mich nicht mehr am richtigen Platz gefühlt. Ich war Single und wusste nicht mehr, ob es gewollt oder nicht gewollt war. Ich konnte viel Stress und Wut in mir spüren. Ich hatte das Glück tolle Freunde, um mich zu haben aber die Leere war da.

Diese Feststellung hat mir Monaten Lang gefolgt. Ich habe angefangen, einen neuen Sinn für mein Leben zu suchen. Ich habe mich überlegt, wie ich kleine Veränderungen einsetzen konnte, um mich besser zu fühlen. Und habe sie auch eingesetzt. Nichts Großes. Nur Kleinigkeiten, um meine unbequeme Komfortzone nicht zu verlassen. Nur manchmal reicht das nicht. Und da schickt das Leben das Zeichen, dass man drastisch etwas ändern soll. Für mich ist das Zeichen in Februar gekommen.

Die Entscheidung, mein Leben drastisch zu verändern

In Februar habe ich angefangen, die ersten Zeichen einer Überlastung zu merken. Diese Zeichen kannte ich schon, da ich leider die Erfahrung 3 Jahre früher gemacht hatte. Und da habe ich gleich Stop gesagt. Ich hatte keine Lust mehr auf dieses Leben. Ich wollte mit Begeisterung durch das Leben gehen und nicht mit Kopfschmerzen am Abend nach Hause zurückzukommen. Ich habe festgestellt, dass Alles, was ich für mich in meine Firma erreichen wollte, hatte ich bereits erreicht. Der einzige Grund, warum ich noch bei meiner Arbeit blieb, war die Sicherheit, ein großes Gehalt zu Hause…also nur fürs Geld. Auch wenn ich Single ohne Kinder war!

Ist das nicht Schade? Ja, das war schade. Man lebt ja nur einmal. Also musste ich Tschüss sagen!

Ich habe mir ein neues Leben gewünscht und musste gleich erkennen, dass nichts sich ändern würde, wenn ich am selben Platz bleiben sollte. Bis dahin hatte sich Alles um meine Arbeit eingerichtet: mein Lebensort, wie ich meine Lebensplanung gemacht habe, Alles! Ich habe festgestellt, dass ich ein anderes Leben wollte.

Eine Woche später habe ich meinen Kündigungsbrief eingereicht.

Gleich danach ist ein Erleichterungsgefühl gekommen. In der Nacht, die gefolgt hat, habe ich wieder angefangen, von meinem neuen Leben zu träumen. Ich habe den Eindruck gehabt, dass eine neue Tür sich geöffnet hatte.

Ich habe geträumt, dass mein Herz nun mein Leben führen würde und der Gedanke hat mich gefreut.

Meine Wunschliste: In meinem neuen Leben wünsche ich mir …

…den Mut zu haben, meinem Herz vor meinem Kopf zu folgen.

Ich wünsche mir die passende Liebesbeziehung: mit dem Mensch zu sein, den ich liebe, für was er ist und der mich liebt, für was ich bin. Ich wünsche mir, zu Zweit durch das Leben weiter groß werden zu können, und Lebensprojekten zu verwirklichen.

Ich wünsche mir, mich wieder in einer Arbeit zu entwickeln, die zu mir passt. Eine Arbeit, wo die Mitarbeiter als Menschen betrachtet werden und wo ich mit den Anderen fortkomme. Eine Arbeit, die zu meinen Werten passt.

Ich wünsche mir, wieder einen richtigen Platz zu schaffen, um meine Leidenschaften auszuüben.

Ja das ist, was ich will.

Aber wenn ich mir das Ganze wünsche, ist mir ja klar, dass ich mehrere Anpassungen in meinem Leben machen muss. Also ich habe mich entschieden, mir ein Jahr Auszeit zu gönnen, um meine Batterie wieder aufzuladen und mein Richtungswechsel vorzubereiten. Es wird „das Jahr, wo Alles möglich ist“ sein.

„Das Jahr, wo Alles möglich ist“: Startpunkt eines neuen Wegs

Das Ziel dieses Jahres ist denn nicht nur meine Berufsumorientierung zu finden. Das Ziel ist wieder das Leben zu genießen, wie ich soll, und die Schlüssel zum Traumleben zu finden.

Dieses Jahr wird ein Jahr um:

  • das loslassen zu lernen und das Leben, wie es kommt zu akzeptieren
  • meine Leidenschaften wieder zu prioritisieren
  • zu wagen, wieder Grenzenlos zu träumen
  • meinem Herz zu folgen

Das wird ein Jahr zum Genießen und Entdecken.

Heute ist der erste Tag eines 365 Tage-Abenteuers und dieser Blog wird mich wie ein offenes Handbuch begleiten.

Mit der Kündigung habe ich mir gewünscht, meine Freiheit zurückzukriegen. Ich denke aber, dass der Weg noch lang ist, bis ich mich komplett im Kopf frei fühle. Ich habe nur die erste Tür geöffnet. Den Rest werde ich auf dem Weg entdecken. Eins ist aber sicher: ich freue mich total drauf.

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