Dieses Jahr finde ich meine eigene Sprache

Die Sprache ist, was uns erlaubt unsere Gedanken auszudrücken und mit unserer Umgebung zu kommunizieren. Virtuell oder real, menschlich oder nicht. Das ist egal. Alles was lebt und alles, was auf der Erde ist und komplett autonom funktionieren kann, hat eine Sprache.

Wenn man dran denkt, ist es schon krass, oder? Das finde ich schon. Die Sprache ist, was uns verbindet oder trennt. Die eigene Sprache ist, was man schreibt, sagt, schreit. Sie ist unsere Tränen, Gesang, Tanz, Bewegung, Blick, Lächeln, Geräusche, Geheimsprachen und mehr. Sie ist was von innen kommt. Egal ob man davon bewusst ist oder nicht.


Das Gleichgewicht zwischen Erbe und eigener Persönlichkeit

Für mich sollte die Sprache das Innere widerspiegeln, damit der Austausch mit anderen Menschen so viel wie möglich authentisch sein kann. Ein Teil der Sprache ist aber ein Erbe der Familie oder der Gesellschaft. Man macht und sagt vieles einfach nach. Die Muttersprache erfindet man nicht selber. Man spricht sie halt. Der Rest der Sprache verbal oder nicht kommt aus dem Inneren. Und das Einzige, was das Innere will, ist, dass man es, sich ausdrücken lässt. Aber lässt man wirklich genug Platz übrig dafür?

Ich habe manchmal Ausdrücke benutzt, ohne mich zu viele Fragen zu stellen. Ich stelle jetzt fest, dass ich damit geholfen habe, Ideen und Werte, die überhaupt nicht zu mir passten, weiterzugeben. Ja, ich träume von einer Welt, wo jede und jeder seinen/ihren Platz finden kann, aber ich habe selber in meinem Leben Sätze, die subtil diskriminierend sind, ausgesprochen. Und das einfach nur, weil diese Sätze sozusagen „normal“ sind. Auch gegen Frau habe ich es gemacht, auch wenn ich selber eine Frau bin. Also, was getan oder gesagt wurde, kann man nicht ändern. Aber ich wünsche mir etwas Besseres für die Zukunft. Ich will nicht, dass meine Sprache, Systeme, die überhaupt nicht zu mir passen, widerspiegelt. Ich möchte, dass sie völlig, was ich bin, reflektiert.


Die Tendenz invertieren, um ein neues Gleichgewicht zu finden

Bevor mein Leben komplett zu ändern, habe ich mich Milliarden Mal die Frage „Warum?“ gestellt. Mit diesen Fragen und deren Antworten hat sich meine Redeweise geändert. Die letzten zwei Jahren habe ich bemerkt, dass meine Sprache sich gleichzeitig wie meine Denkweise entwickelt haben. Die Frage „Warum?“ kam so oft in meinen Kopf. Sie hat mich einfach keine Ruhe gelassen. Ich habe angefangen vieles in ein Handbuch zu schreiben und das war befreiend. Während meiner Sabbatical, habe ich auch bemerkt, wie mein Gesicht sich geändert und entspannt hat.

Ich habe den Eindruck, dass Redeweise, Denkweise und Gesichtsausdruck sich gegenseitig beeinflussen. Und ich mag die Idee, dass wenn ich entscheide, selber auszuwählen, wie ich meine Ausdrücke und menschliche Eigenartigkeit mithilfe meiner Redeweise, meiner Bewegungen und alles, was ich kreiere, entwickle, dann wird mein ganzes Leben sich dadurch andern. Ich muss nur leben, tun und beobachten. Und danach überprüfen, ob was ich beobachte, zu mir passt. Und wenn nicht einfach Anpassungen anbringen. Ein zusätzlicher Schlüssel, um weiter in die Richtung „Leben, das zu mir passt“ zu gehen: die Beobachtung.


Morgen. Neue Möglichkeiten.

Aktuell fühle ich, dass ich neue Nuancen brauche. Um mich lebendiger zu fühlen. Um Sachen zu erzählen. Ich denke 2021, wird ein schönes Jahr für neue Gelegenheiten sein. Ich weiß, dass die Inspiration sich draußen befindet. Was aktuell nervt, ist der COVID. Ich vermisse die soziale Interaktion. Ich finde, ich habe schon genug Zeit mit mir selbst während meinem Break verbracht. Und ich habe festgestellt, dass mein Lieblingskommunikationsmittel vor dem Reden, dem Gesang, dem Tanzen, dem Theater und alles anderem das Lächeln ist. Das Lächeln, das man mit Anderen austauschen kann, ist wirklich, was ich am meistens in den aktuellen Zeiten vermisse.

Eigentlich lächele ich mega viel seit immer und die Leute zum großen Teil beantworten das. Heute mit diesen Gesichtsmasken sieht man nichts mehr. Also ja kann man auch mit den Augen lächeln aber, wenn das Lächeln auf dem kompletten Gesicht getragen wird, ist es etwas ganz anderes. Ich kann es kaum erwarten, wieder ganz einfach täglich mit allen ohne soziale Distanzierung kommunizieren zu dürfen. Ich kann es kaum erwarten, mich völlig ohne Grenze, mit meinen Wörtern, so wie ohne Wörter, mit dem ganzen Gesicht und Körper ausdrücken zu dürfen. Also 2021 möchte ich dir vertrauen, damit du meinen Wunsch erfüllt…


Wie ist es bei dir? Was ist dein Lieblingsausdrucksmittel? Wovon lässt du dich inspirieren? Wie förderst du deine Kreativität? Denkst du, dass du schon deine eigene Sprache gefunden hast. Wenn ja, was ist dein Geheimnis?

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